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Gesund Mit Der Brennnessel: Rezepte, Infos & Tipps

Gesund mit der Brennnessel: Rezepte, Infos & Tipps

Die Brennnessel: Heilpflanze und Gemüse direkt vor der Haustüre

Die Brennnessel: Schmerz, Genuss und Gesundheit

BrennnesselDer Name der Brennnessel erklärt sich von selbst: Eine unvorsichtige Berührung mit der Pflanze hinterlässt ein brennendes Gefühl auf der Haut. Mit winzig kleinen Injektionsnadeln durchsticht die Pflanze unsere Haut und spritzt in sie ein reizendes Sekret hinein. Dies verursacht die typischen Hautreaktionen: Das schmerzhafte Brennen, die Bildung von Bläschen und die Rötung des betroffenen Areals.
Zwei Brennnesselarten sind in Mitteleuropa anzutreffen: Die größere, zweihäusige Brennnessel, Urtica dioica, und die kleine Brennnessel, Urtica urens, die ungleich stärkere Hautreaktionen hervorruft. Heute wollen wir uns der Bekannteren der beiden, der Urtica dioica, zuwenden. Sie bevorzugt eher schattige, feuchte, gut gedüngte, stickstoffreiche Böden, die sie mit ihrem kriechenden, stark verästelnden Wurzelstock durchpflügt. Ihre Aufgabe in der Pflanzengesellschaft besteht im „Entdüngen“ von allzu stickstoffreichen Böden, die zum Beispiel durch große Mengen Fäkalien oder Urin verunreinigt sind. So umstellt sie manchen Gassiplatz in der Stadt und so manchen Misthaufen auf dem Land mit ihren bis zu 1,5 Meter hohen Stängeln. Wird die Brennnessel zumeist auch nur als „Unkraut“ bezeichnet, widmen wir uns zwei ihrer positiven Aspekten: Ihrer Verwendungsmöglichkeit als Arzneipflanze und Gemüse.

Die Brennnessel als Arzneipflanze

Schon früh haben die Menschen ihre Aufmerksamkeit auf die Brennnessel gerichtet. Dies mag einerseits ihren Schmerz bringenden Eigenschaften, andererseits ihrer Vorliebe für Menschen nahe, also mit menschlichen Abfällen gedüngten Plätzen geschuldet sein. So wussten schon die antiken Griechen von vielen der heute bekannten Wirkungen der Brennnessel und setzten sie bei Beschwerden des Harntraktes, bei Blutungen, bei Anämie, zur Entgiftung, bei rheumatischen Beschwerden, bei Wasseransammlungen (Ödemen) und Hautkrankheiten ein. Auch wenn die moderne Medizin für diese Anwendungsgebiete mittlerweile andere Therapeutika einsetzt, hat die Wirkung der Pflanze bei diesen Indikationen nicht an Gültigkeit verloren. Die Brennnessel wird in zahlreichen Teemischungen, in Tinkturen und Pflanzensäften verarbeitet und muss, aufgrund des hohen Verbrauches, mittlerweile in großen Stil im Heilpflanzenanbau kultiviert werden.

Zweimal im Jahr: Die Brennnesselkur

Zweimal im Jahr machen uns saisonale Übergänge besonders zu schaffen: Der Wechsel vom Winter zum Frühling bringt nicht jeden von uns zum sofortigen Erblühen: Der Winter steckt uns noch tief in den Knochen, der Mangel an Bewegung und Licht und die oft kalorienreiche winterliche Ernährung fordern während der ersten Frühlingsstrahlen ihren Tribut: Wir sind müde und ausgelaugt, frühjahrsmüde. In ländlichen Gegenden ist es noch heute zum Teil Brauch, die jungen Triebe der Brennnessel, die oft schon Anfang April durch den noch kalten Boden stoßen, zu sammeln, zu trocknen und als Tee zu trinken. Die Blut und Gewebe reinigenden und harntreibenden Eigenschaften der Brennnessel treiben dem Körper den Winter aus: Die Gewebe werden entschlackt und entgiftet, übermäßige Flüssigkeit verlässt den Körper. Zusätzlich liefern die in der Brennnessel enthaltenen Mineralien und Spurenelemente, allen voran das Eisen, Bausteine für frisches Blut und Energie.
Auch der Übergang von Herbst zum Winter kostet vielen nicht wenig Mühe: Die Tage werden kürzer, die Sonne lässt sich immer seltener blicken. Um nicht wie die Natur vor der Türe in eine Kältestarre zu verfallen, kann auch hier eine Brennnesselkur hilfreich sein. Und so wird sie gemacht:

Brennnesselkur:
3 Wochen lang 2-mal täglich Brennnesseltee trinken. Hierfür 1 EL getrocknete Brennnesselblätter mit ¼ Liter siedenden Wasser überbrühen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und ungesüßt, am besten zu den Mahlzeiten trinken. Personen, die an einer Herz-Kreislauferkrankung oder an einer Nierenerkrankung leiden, sollten diese Kur mit ihrem Arzt absprechen. Personen, die an erhöhten Harnsäurewerten oder an einer rheumatischen Erkrankung leiden, nehmen zunächst nur die Hälfte der angegeben Dosierung.

 

Nahrhaft, gesund und wohlschmeckend: Die Brennnessel als Gemüse

Es ist in den letzten Jahrzehnten erstaunlich anzusehen, dass man in manchen Spitzenrestaurants so speist, wie früher die Armen: Als besondere Zierde finden sich Gerichte mit Wildkräutern und -gemüsen wie zum Beispiel dem wilden Heinrich, der Vogelmiere und der Taubnessel auf den Speisekarten. Dies mag dem Bedürfnis nach frischen, unverfälschten und gesunden Lebensmitteln geschuldet sein. Dieses Bedürfnis bedient die Brennnessel allemal: Ihre Heilwirkungen bleiben auch nach dem Zubereiten in der Küche erhalten. Zudem zeichnet sie sich durch ein angenehm herbes bis nussiges Aroma und durch eine „bissige“ Konsistenz aus. Auch nach dem Blanchieren oder kurzen Köcheln zerfällt die Brennnessel nicht und liefert noch „was zum Beißen“. Hier ein paar Tipps:

Brennesselsalat:

Für den Brennnesselsalat werden frische Brennnesselblätter zwischen einem Küchentuch gerieben, bis sie nicht mehr brennen. Dann kann der Salat nach Belieben angerichtet werden. Ich persönlich kombiniere den Brennnesselsalat gerne mit Frühlingskräutern wie Löwenzahnblätter, Vogelmiere, Knoblauchsrauke und ein wenig Gundermann. Dem herben, etwas nussigen Geschmack der Brennnesselblätter schmeicheln des Weiteren Walnüsse, Pinienkerne, Parmesankäse, Granatapfel und Kürbiskernöl.

Ziegenkäserolle auf Brennnesselspinat:

Hierfür werden Zwiebelringe in der Pfanne bei kleiner Pfanne mit Rosinen in Butter geschmort, mit etwas Honig karamelisiert und mit Salz und rotem Pfeffer gewürzt. Sobald die Zwiebeln braun werden, gibt man dicke Stück einer Ziegenkäserolle hinzu und lässt diese warm und weich werden. Für den Brennnesselspinat werden frische Brennnesselblätter in etwas Brühe blanchiert. Gut dazu passen geröstete Sonnenblumenkerne

Tipps:

Urbane Brennnesselzucht

Urbane Brennnesselzucht

Die Brennnesseln sollten möglichst dort gesammelt werden, wo sie nicht durch landwirtschaftliche Chemikalien belastet sind. Wer einen Garten hat, der baut sie einfach selber an (ordentlich düngen, zum Beispiel mit Pferdemist). Für den Stadtbewohner habe ich auch eine Lösung: Dafür gräbt man sich in der Natur ein paar schöne Pflanzen aus und setzt sie in Blumenkästen auf den Balkon! Spätestens im nächsten Jahr kann man ernten. Als Beigabe für den täglichen Smoothie reicht es zum Beispiel locker. Damit man bei der Ernte von der Brennnessel nicht allzu gebissen wird (nach jeder Ernte bildet die Pflanze mehr Brennhaare aus), sind Gummihandschuhe anzuraten.

Alles Gute für Ihre Gesundheit!

Sebastian Vigl

Ein Beitrag von Heilpraktiker Vigl.

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