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Trifolium repens. Der Weiss-klee
Aus der Reihe: Arzneipflanzen in innerstädtischen Trittpflanzengesellschaften

Harmonie im Hormonsystem. Beschwerden der Wechseljahre

Barfuss laufen ist schön. Es regt an und schärft unsere Sinne. Durch eine Wiese barfuss laufen ist schön, den Kindern ist es ein natürliches Bedürfnis. Den kleinen Mädchen und Jungen sagt man, sie sollen sich vor den Blüten des Klees hüten und nicht in den Teppich aus dreiteiligen Blättern und weißen Blütenbüscheln treten. Dort sind die Bienen und die Hummeln, die sich am weißen Blütenschopf des Klees laben. Zwischen den Blüten des Klees ist ein reges Summen zu hören.

Trifolium repens. Der Weiss-klee

In der Vororten herrscht bisweilen seltsame Geschäftigkeit. Findet der weißblühende Klee (Trifolium repens) seinen Weg in den Scherrasen des Vorstädtlers, wird er immer wieder trotz mehrmaligen Mähen seine weiße Pracht über das Schnittniveau heben und das einheitliche Grün des Rasens mit weißen Sprenkeln versehen. Manchem Gärtner ein Graus, die ersten Blüten des weißen Klees mögen ihm wie die Vorboten der Verwilderung seines Gartens scheinen. Sie stören die Kulturfläche, die Vorstellung vom persönlichen Stück Natur, die eigene Konzeption von lebendigen Grün. Doch ist der Klee wichtiger Bestandteil des menschennahen Grüns und treibt sich in Gärten, auf Fussballplätzen, in Schwimmbädern, Parks und Gehsteigen rum.

Den Weiß-klee werden wir nicht so schnell los. Zum Glück. Er ist robust und anspruchslos, trittresistent und vermag sich vor Dürre zu schützen. Er zählt in Deutschland zu den weitesten verbreitesten Pflanzen überhaupt, er kommt in Europa in Meeresniveaeu bis in die Berge um 2200 Höhenmeter vor. Seine Blätter enthalten Spuren von Blausäure, welche sie vor dem Fraß von Schnecken schützt. Er wird in der Landwirtschaft sehr geschätzt, zum einen als Futterpflanze, zur Bodenaufwertung, da Luftstickstoff in den Boden überführt und als teppichbildender Unkrautunterdrücker. Als Bienweide ist er zudem ein wertvoller Honiglieferant. 

Und wie man jungen Mädchen nahe legt, nicht in den Klee zu treten, so kann man ihnen auf ihrem späteren Lebensweg, mit ihm Kontakt zu treten. Nämlich in Zeiten der hormonalen Umbrüche, in der Pubertät, der Menopause und der allmonatlichen Monatsblutung. Sollten es in diesen Phasen zu Beschwerden kommen, darunter fallen eine Vielzahl vegetativer Symptome, wie Übelkeit, verstärktes Schwitzen, Unruhe aber auch, psychische Symptome wie Niedergeschlagenheit, körperliche Symptome, wie z.B.. Akneneigung so lässt sich das häufig auf ein Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zurückführen.  

Die Magie der Isoflavone

Trifolium pratense. Der Wiesenklee

Weissklee enthält wie auch andere Schmetterlingblütler (allen voran: Sojabohne und Rotklee) Isoflavone. Diese gehören zu den sekundären Pflanzeninhaltstoffen und im weiteren zu den Pflanzeninhaltsstoffen, die im menschlichen Körper eine östrogene Wirkung auf das Hormonsystem ausüben, den sogenannten Phytoöstrogenen. Die Wirkung der verschiedenen Isoflavone ist sehr gut erforscht. Dank ihrer östrogenähnlichen Struktur, können sie, bei einem relativen Östrogenmangel Rezeptorstellen besetzen und somit hormonelle Ungleichgewichte stabilisieren. Aus diesem Grunde werden isoflavonoidhaltige Pflanzen bei Beschwerden in den Wechseljahren wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, zur unterstützenden Behandlung bei Osteoporose, als Antioxydans bei Altersbeschwerden und zur unterstützenden Therapie und Prävention hormonabhängiger Tumorerkrankungen, insbesondere Brust- und Prostatakrebs. Bei diesen Anwendungen liegen erfolgsversprechende Studien, sowie therapeutische Erfahrungen vor. Auch in der naturheilkundlichen Schilddrüsentherapie findet diese Stoffgruppe ihre Anwendung.

Der Weiss-klee wird jedoch nur noch selten hierbei verwendet. Mit gleichem Recht und gleicher Indikation greift man heutzutage vor allem zum nahen Verwandten, dem Rotklee, Trifolium pratense. Dieser hat sich in der modernen Phytotherapie als Präparat oder klassisch als Einzeldroge bewährt.

Verwendete Literatur und weiterführende Links
Isoflavone auf Phytodoc
Oberdorfer E (1979): Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer
Rothmaler W. (2000) Exkursionsflora von Deutschland. Spektrum akademischer Verlag
Hänsel, Sticher: Pharmakognosie, Phytopharmazie. 7. Auflage
Wittig R. (2002): Siedlungsvegetation. Ulmer
Gerhard Madaus (1979): Lehrbuch der biologischen Heilmittel.
Boericke W. (2007) Handbuch der homöopathischen Arzneimittellehre. Narayana Verlag
HagerROM (2006). Springer Medizin Verlag Heidelberg
Weiss R. F. (1960) Lehrbuch der Phytotherapie. Hippokrates- Verlag

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